Erfahrungen aus Frankreich

Alma Stegmaier hat während eines Aufenthalts im Nordosten Frankreichs interessante Eindrücke gesammelt. Hier gibt sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erfahrungen.

Nachdem mein Französischlehrer, Herr Schilberth, Ende Januar 2018 im Unterricht ein Programm für einen Auslandsaufenthalt in Frankreich vom Bayerischen Jugendring vorgestellt hatte, meldete ich mich für dieses an und wurde glücklicherweise angenommen.

Im Mai dieses Jahres bekam ich also Besuch meiner französischen Austauschpartnerin Valentine, mit der ich viele schöne Momente erlebte, Ausflüge nach beispielsweise München und Nürnberg unternahm und versuchte, ihr die deutsche Kultur näher zu bringen. Die Zeit verging sehr schnell und sie erlebte den für mich ganz normalen Schulalltag, der im Gegensatz zum französischen sehr viel kürzer ist und somit eine recht entspannte Zeit für Valentine darstellte.

Ende August sahen wir uns dann bei Valentine zuhause in Toul wieder. Toul ist eine kleine Stadt mit fünfzehntausend Einwohnern in der Nähe von Nancy und Metz in der Region Grand Est im Nordosten Frankreichs. Nach einer Woche gemeinsamer Ferien, als wir zum Beispiel im Europapark in Rust waren, ging die Schule los. Die ersten Stunden auf Französisch und vor allem in für mich neuen Fächern wie Geopolitik, Englische Literatur und H-L-P (Humanität, Literatur, Philosophie) waren noch sehr ungewohnt für mich, aber nach guten zwei Wochen hatte ich mich an die Fachsprache und -wörter gewöhnt und kam auch sehr gut im Unterricht mit. Die neuen Fächer stellten sich als sehr interessant heraus, und die Lehrer und Mitschüler waren alle offen und nett zu mir.

Da ich ganz normal am Lycée Louis Majorelle angemeldet war, hatte ich meine eigene Schülerkarte, mit der ich ins Schulhaus kam und in der Cafeteria Essen holen konnte und erhielt, wie alle Schüler, einen Laptop als Alternative zum Mitschreiben von Hand und Schulbüchern. Allgemein hatte ich mir die Schultage auf Grund ihrer Länge anstrengender vorgestellt als sie wirklich waren. Durch die vielen Freistunden, die ganz normal in den Stundenplan integriert sind, kamen mir die Tage nicht sonderlich stressig vor, und man hatte viel Zeit um sich mit Freunden zu unterhalten und nachmittags zwischen zwei Unterrichtsstunden zusammen ins Café oder den Park zu gehen. Mit der Zeit fand ich immer mehr Freunde und hoffe heute, dass wir den Kontakt nicht verlieren werden. Generell waren viele Franzosen sehr aufgeschlossen und offen.

Auch in meiner Gastfamilie fühlte ich mich sehr wohl und mit der Zeit tatsächlich wie zuhause. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Gastmutter und auch der Stiefvater meiner Austauschpartnerin war immer lustig und nett.

Während meines Aufenthaltes besuchte ich unter anderem das Musée des Beaux-Arts de Nancy, die Braderie de Lille (eine Art riesiger Flohmarkt in Lilles Innenstadt, bei dem man traditionell Muscheln mit Pommes isst und zu dem ca. 2,5 Millionen Menschen kamen) und ein Feuerwerk in Arras.

Während des relativ kurzen Aufenthalts baute ich mir ein Leben auf, gewöhnte mich an die neue Sprache, die Schule und Leute und wollte am Ende gar nicht mehr weg. Trotzdem ging es nach sechs Wochen wieder zurück nach Deutschland. Auch wenn mir der Abschied wirklich schwer fiel und ich hoffe, die Einladungen zurück nach Toul bald annehmen zu können, freute ich mich wirklich schon sehr darauf, meine Freunde und Familie in Schrobenhausen wiederzusehen.

Ich würde den Austausch jederzeit wieder machen, es war eine tolle Erfahrung, den Alltag in einem anderen Land und in einer fremden Familie kennenzulernen, von der ich stark profitieren kann. Auch schulisch gesehen und hinsichtlich des Sprachverständnisses habe ich das Gefühl, ein bisschen sicherer geworden zu sein.

Alma Stegmaier