Essen, leben und baden wie die Römer in der Antike

Die Geschichte hinter der „Colonia Ulpia Traiana“ sowie eine Fahrradtour um das heutige Xanten: Das und vieles mehr erwartete die Schüler*innen des P-Seminars Latein vom Gymnasium Schrobenhausen auf ihrer Studienfahrt vom 2. bis zum 5. Juli 2022. 

Die Planung dieser Reise übernahmen die fünf Mädchen des Seminars. In Zusammenarbeit mit den sechs Jungen, die für die Erstellung von E-Books für Unter- oder Mittelstufe zuständig sind, stimmten sie die einzelnen Führungen und Aktionen so aufeinander ab, dass während der Reise genügend Informationen für das Projekt der Jungen gesammelt werden konnten.

Am Samstagmorgen ging es schon sehr früh (06:28 Uhr) mit dem Zug los. Nach einer fünfeinhalbstündigen Zugfahrt startete die Gruppe mit einer ersten Führung durch den Archäologischen Park, die einen ersten Überblick verschaffen sollte. An den nächsten Tagen sollten fünf weitere Führungen folgen: über die Thermen, die Handwerkshäuser, die archäologischen Grabungen und die Schiffe, die in der Museumswerft originalgetreu nachgebaut werden. Es entstand ein eindrucksvolles Bild vom Leben der Römer vor 2000 Jahren. Das Besondere an diesem Park ist, dass die ehemalige römische Kolonie nicht wie andere Römerstädte überbaut wurde und so durch die im Boden gefundenen Fundamente die Gebäude sehr realitätsgetreu dargestellt sowie nachgebaut werden können. Allerdings ist es trotz moderner Technik nicht möglich, alles bis ins kleinste Detail zu rekonstruieren. Aufgrund dessen bleiben immer noch sehr viele Fragen auch vonseiten der Wissenschaftler offen.

Das wohl eindrucksvollste Gebäude, das auch viele Schüler und Schülerinnen außerhalb der Führungen anzog, war das Amphitheater, auch wenn es natürlich nicht so großartig wie das Kolosseum in Rom ist. Dort fanden vor allem Gladiatorenkämpfe statt, aber auch Tierkämpfe und ähnliches. Leider durften an diesem Spektakel nur die Männer aus nächster Nähe teilhaben, denn die Frauen mussten bei den Sklaven in den hintersten Reihen sitzen, aus dem einfachen Grund, dass die Menschen damals der Auffassung waren, die Schauspiele seien zu blutrünstig für Frauen.

Neben den „besonderen Gebäuden“ wie den Thermen, mit einem Kaltwasserbad (frigidarium), Warm- (tepidarium) und Heißwasserbad (caldarium) und dem Amphitheater, waren auch die Handwerkshäuser sehr interessant, da diese Einblicke in das alltägliche Leben der gewöhnlichen, nicht adeligen Bevölkerung gaben. Beispielsweise war eines der Häuser früher von einem Schmied bewohnt worden. Man konnte sowohl seine Werkstatt als auch seinen Wohnbereich besichtigen.

Zwischen all den informativen Führungen radelten die Schüler*innen am zweiten Tag der Studienreise bei herrlichem Wetter ca. 28 km auf den Spuren der Römer. Zwei Schülerinnen hatten an drei Stationen Kurzvorträge vorbereitet: Zuerst am Überrest eines Aquädukts in Labbeck, welches zu Zeiten der „Colonia Ulpia Traiana“ die Stadt mit Wasser versorgte, außerdem an einem weiteren Amphitheater und schließlich beim ehemals größten Militärlager der Römer am Niederrhein „Castra vetera“.

Die Abende ließen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen gemütlich am nahegelegenen „Süd-See“ oder im Gemeinschaftsraum ausklingen.

Auch wenn am Ende der Fahrt alle Schülerinnen und Schüler sehr kaputt waren, empfanden sie die Tage als eine sehr schöne und informative Zeit. So sahen es auch die Latein-begeisterte Lehrerin und Seminarleiterin Lucia Schmalbach-Müller, die auch zum ersten Mal in Xanten war und ihr für den sportlichen Teil der Reise verantwortliche Kollege Manfred Kitzler.

Plank Rebekka, Kasperek Emily