„Ich könnt‘ Bäume ausreißen, wenn ich nicht bei den Grünen wär“ – Katharina Schulze im AK PuZ

Was für ein Satz! Und wenn man die erst 32-Jährige in der Diskussion mit den Schülern erlebt hat, kauft man ihn der aktuellen Oppositionsführerin im Bayerischen Landtag ab: Genau wie bei ihrer Rede im Oktober 2018 anlässlich der Vereidigung von Markus Söder als neuer Ministerpräsident, so quirlig, jugendlich, eloquent und flexibel präsentierte sie sich auch vor den über 100 versammelten Schülern der 10. Klassen und dem Arbeitskreis „Politik und Zeitgeschichte“ (AK PuZ). Denn die jungen Leute hatten sich nicht nur gut vorbereitet, sie wollten auch einiges ganz genau wissen: So könnte man zwar manchmal über Europa verzweifeln, doch steht laut Schulze die 70-jährige Erfolgsgeschichte dieses Friedensprojektes doch klar im Vordergrund, das es unbedingt zu schützen und zu stützen gelte. Die Digitalisierung bringe auch Schattenseiten – Stichwort „Spielsucht“ oder „Verlorengehen in der virtuellen Welt“ – mit sich, doch gelte es, diese Mammutaufgabe zu gestalten, etwa nicht nur Gelder mit dem Füllhorn im Zuge eines Digitalpakts auszuschütten, sondern Rahmenbedingungen neu zu denken und personelle Weichenstellungen anzugehen. Cyber-Kriminalität, Artikel 13 der umstrittenen EU-Urheberrechtsreform, das Volksbegehren Artenvielfalt, Öko-Landbau, die Energiewende und und und – es machte ihr sichtlich Freude, mit den interessierten und engagierten jungen Leuten zu diskutieren. Katharina Schulze ist nicht nur in der Körpersprache, sondern auch in der Ausdrucksweise nahe dran an den Jugendlichen: Sie findet die Fridays for future-Demonstrationen „mega“ und freut sich über den „spirit“ dieses Miteinanders, die Verstopfung der Stromnetze durch die Energieriesen bezeichnet sie als „bullshit“ und sie nehme derartige Termine wie am Gymnasium ohnehin „total gerne“ wahr. Insofern darf auch sie als „Energieriesin“ bezeichnet werden, denn mit Sicherheit sind es gerade solche lebendigen Gesprächsrunden mit Personen des öffentlichen Lebens, die Politik im wahrsten Sinne „begreifbar“ machen. Diese positive Energie ist jenseits jeglicher Parteipolitik in jeder Sekunde der Veranstaltung spürbar gewesen und Katharina Schulze fasst appellierend an alle zusammen: „Man kann ja Netflix gucken und die Welt retten.“