KRASS! – Das Junge Theater Augsburg am Gymnasium Schrobenhausen

Theater in der Turnhalle

Zu einer Vorstellung mit anschließenden Workshops kam das Junge Theater Augsburg mit dem Stück KRASS! Hauptsache radikal in der vorletzten Schulwoche des Schuljahres 2018/19 an das Gymnasium Schrobenhausen.

In der Turnhalle und dort mit nur wenigen Requisiten, aber desto mehr schauspielerischer Ausdruckskraft, brachten die drei SchauspielerInnen ein ernstes Thema auf die Bühne: das Abgleiten von Jugendlichen in radikale Gruppen – mit allen Konsequenzen. Die Schüler zeigten sich durchgehend beeindruckt vom schnellen Wechsel der Rollen, von der Bewegtheit des Spiels und der eindringlichen Vermittlung des Themas.

Auf der Suche

Das Schauspiel handelt von sechs Jugendlichen, die auf der Suche nach irgendetwas sind. Ob nach Zuneigung, Liebe, Zugehörigkeit oder dem Sinn des Lebens, alle sechs gelangen auf dieser Suche ins falsche Umfeld. Drei der Teenager denken all das in den Kreisen von IS-Kriegern zu finden, während die anderen drei sich Neonazis und rechten Extremisten anschließen.

Was immun macht gegen radikale Angebote

Das Stück gibt einen Einblick in die Beweggründe der Radikalisierung, in die Gefahren und die Folgen. Was man gegen ein Abrutschen in den Extremismus tun kann, besprachen die Klassen auf den fünf Workshops, die sich der Aufführung anschlossen und von erfahrenen Pädagogen durchgeführt wurden. Fazit: Einen Rückhalt zu haben, hilft. Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte, Lehrkräfte können eingreifen, wenn ihnen auffällt, dass jemand in eine falsche Richtung abdriftet.

Und dieser Rückhalt kann auch immun machen gegen die verführerischen Angebote von radikalen Gruppen, die eine vermeintlich ‚echte‘ Gemeinschaft und einen ‚wirklichen‘ Sinn im Leben anbieten. Aber „eine solche ‚Gemeinschaft‘ zu haben, die einen unterdrückt, die einen durch manipulative Methoden in ihre Fänge zieht und dann nicht mehr gehen lässt, ist einfach schrecklich“, meinte einer der Pädagogen beim anschließenden Workshop.

In diesen erfanden die Schüler in Gruppenarbeit eigene kleine Szenen passend zum Theaterstück und spielten diese vor, wodurch die Thematik nochmals vertieft und zugleich das Wissen über das Funktionieren der Radikalisierung erweitert wurde.

Vroni, Serena, R.S.