Mit Erasmus+ vier Wochen in Südfrankreich

Mitte September 2025 wurde mir durch das Erasmus+ Programm ein vierwöchiger Austausch in den Süden Frankreichs nach Argelès sur Mer ermöglicht. Eine perfekte Gelegenheit, um den französischen Alltag und die Kultur hautnah mitzuerleben und mein Französisch zu verbessern.

Argelès sur Mer liegt bei Perpignan direkt am Mittelmeer und ist auch aufgrund seiner Lage ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Touristen und vor allem Camper, durch welche sich die Einwohnerzahl in den Sommermonaten vervielfacht. Dass die Stadt an der Grenze zu Spanien bzw. Katalonien liegt und tief in der katalanischen Kultur verwurzelt ist, wird nicht nur auf Landkarten deutlich, sondern auch an den katalanischen Flaggen und Straßenschildern, die überall in der Region zu finden sind.

Nach einer langen Zugfahrt, bei der ich den Zwischenstopp in Paris nutzte, um die Stadt ein wenig zu erkunden, empfang mich meine Gastfamilie sehr freundlich und ich fühlte mich sofort wohl. Trotz der Sprachbarriere, die mit der Zeit zwar immer kleiner wurde, aber dennoch existierte, funktionierte die Kommunikation größtenteils einwandfrei und ich konnte mich gut verständigen. Ich lebte mich schnell ein und bekam einen guten Eindruck vom alltäglichen Leben. Ein Unterschied zu Deutschland ist hier, dass zweimal am Tag warm gegessen wird (mittags in der Schule und abends zu Hause), woran ich mich erstmal gewöhnen musste. Mir wurden viele typisch französische Gerichte wie Quiche, Tarte und eine Variation der spanischen Paella serviert, die mir alle sehr gut schmeckten.

Schon nach den ersten Tagen, in denen ich das Christian Bourquin Lycée in Argelès besuchte, bemerkte ich viele Unterschiede zwischen unserem und dem französischen Schulsystem. Da ich die gleichen Kurse wie meine Austauschpartnerin Jeanne besuchte, bekam ich einen authentischen Eindruck vom französischen Schulleben. Der wohl größte Unterschied hierbei waren definitiv die Unterrichtszeiten. Dreimal die Woche dauerte der Unterricht bis 18 Uhr, was für mich sehr ungewohnt und anstrengend war. Auch die Fächer und Inhalte der Stunden unterschieden sich teilweise von denen im bayrischen Schulsystem.

Aber auch außerhalb der Schule hatte ich die Möglichkeit den französischen Alltag und die Kulturen kennenzulernen. So nahm mich meine Gastfamilie beispielsweise auf eine Hochzeit ihrer Bekannten mit, die sich gar nicht groß von einer deutschen Hochzeit unterschied. Außerdem zeigten sie mir Perpignan und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein Highlight meiner Zeit dort war zudem ein Ausflug mit drei anderen Austauschschülerinnen aus Deutschland und Österreich. Gemeinsam mit einem Lehrer erfuhren wir auf einer Bustour zuerst einiges über die Geschichte von Argelès, bevor er uns die Weinberge und die Häfen in der Nähe zeigte. Anschließend fuhren wir noch zur bekannten und wunderschönen Stadt Collioure und erkundeten dort die Innenstadt. Abgesehen davon durfte ich Jeanne bei ihrem Wahlkurs Tauchen begleiten und so einmal in der Woche mit ans Meer fahren. Und obwohl ich selbst nicht mittauchen konnte, genoss ich doch die Zeit, die ich am Meer verbrachte.

Meine Begegnungen mit den Menschen in Frankreich waren sehr positiv und ich habe sie als sehr offen kennengelernt. Die Freunde meiner Austauschpartnerin waren sehr nett und haben oft versucht mich in ihre Gespräche miteinzubeziehen und haben dabei extra langsam gesprochen. Die Erwachsenen, die ich kennenlernte, waren mir ebenfalls sehr offen gegenüber und die Verständigung funktionierte auch hier super.

Durch diese Reise konnte ich nicht nur meine Französischkenntnisse verbessern, sondern auch wunderschöne Landschaften, andere Kulturen und Bräuche sowie viele wunderbare Menschen kennenlernen. Ich selbst bin dabei wesentlich selbstständiger geworden und habe gelernt mich an neue Situationen schneller und besser anzupassen. Aufgrund dessen bin ich unglaublich dankbar, dass mir all dies ermöglicht wurde und kann jedem nur empfehlen an entsprechenden Erasmus+ Programmen teilzunehmen.

Viktoria, 11b

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