SoBassts! Unsere Schülerzeitung

Unsere neue Ausgabe ist da! Und wir sind überwältigt von der Resonanz. Denn die erste Lieferung ist bereits ausverkauft. Ab dem 15.12.2020 werden wir beginnen den Nachdruck zu verkaufen. Wer noch keine ergattern konnte, bekommt die Ausgabe auch im Sekretariat.

Noch mehr zum Thema?

Das Thema Corona bewegt uns zur Zeit alle. Wir haben viele tolle Beiträge für unsere letzte Ausgabe erhalten, welche es aus Platzgründen nicht alle in den Druck geschafft haben. Deshalb bekommt ihr hier in den nächsten Wochen weitere Artikel von euren Mitschülerinnen und Mitschülern.

Ein Familienvater im Homeoffice (J.R.)

Als man das erste Mal von Corona hörte, konnte sich niemand vorstellen, welche Ausmaße diese Krise annehmen würde. Doch dieser hochansteckende Virus breitete sich rasend schnell überall auf der Welt aus, furchterregende Bilder waren im Fernsehen zu sehen. Mit dem von der Regierung beschlossenen Lockdown wurde der Alltag dann von heute auf morgen völlig umgekrempelt. Ab sofort fand die Schule zu Hause statt, das öffentliche Leben kam fast komplett zum Stillstand.

 

In meiner Familie waren plötzlich, außer meinem Bruder Felix, der weiterhin zur Arbeit ging, alle zu Hause. Mein Vater arbeitete in seiner Position als Werksleiter im Homeoffice, da im Laufe des Lockdowns auch die Produktion in seinem Betrieb heruntergefahren wurde. Wie er diese Zeit persönlich wahrnahm, möchte ich jetzt in Erfahrung bringen.

 

War die Umstellung von der Arbeit im Büro auf Homeoffice schwierig? 

Es war anfangs schwierig, den Tag zu strukturieren, jedoch hat es sich im Laufe der Zeit eingespielt. Speziell die Kommunikation mit den Kollegen war über das Telefon nicht das Gleiche, wie ein Gespräch im gleichen Raum.

 

Was waren die größten Herausforderungen dabei?

Kompliziert war es zu Beginn einen ruhigen Platz zu finden, auf dem ich nicht die ganze Zeit von einem 8.Klässler gestört wurde. Zusätzlich waren Online Meetings oftmals nicht besonders effektiv.

 

Wie hat sich das Familienleben verändert?

Da plötzlich alle zu Hause waren und Schule und Arbeit erledigt werden mussten, war es nötig mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Trotzdem war es sehr schön, dass wir während der Woche auch gemeinsam Mittagessen konnten. Insgesamt sind wir als Familie noch näher zusammengerückt.

 

Waren die Einschränkungen schwer einzuhalten?

Dadurch, dass wir einen Garten haben, war es weiterhin möglich nach draußen zu gehen. Allerdings war es ungewohnt, dass man sich mit den Nachbarn und Freunden nicht wie gewohnt treffen konnte. Auf Grund des Verbots des Händeschüttelns sind wir auf eine Alternative umgestiegen: Gruß durch Berührung mit den Füßen.

 

 

 

 

 Hat die Krise etwas verändert?

Es ist interessant zu erkennen, dass man es auch ohne Ausflüge, zu Hause aushalten kann. Insgesamt konnte man sich wieder an kleinen Dingen, zum Beispiel einem schönen Spaziergang bei Sonnenschein, mehr erfreuen, als im normalen Alltag.

 

Welches Fazit der Krise hat dich überrascht?

Die Zeit Zuhause war ungewohnt entspannend, da es nicht möglich war, viel unterwegs zu sein oder Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Alles spielte sich zu Hause ab… 

Corona, ein Wort, das in diesen Zeiten jedem gang und gäbe ist. Doch wie erleben drei verschiedene Generationen, vertreten durch den Viertklässler Moritz, die Lehrerin Frau G. und die Rentnerin Frau J.; ein- und dieselbe Situation? Eine Familie im Interview. (JG)

Moritz, du bist aktuell in der vierten Klasse und in diesem Interview der Jüngste im Bunde. Wie hast du denn von Corona und den dadurch bedingten Regelungen erfahren? Was weißt du denn alles darüber?

Moritz:

Wir haben innerhalb der Familie viel über Corona gesprochen und auch später viel in der Schule. Manchmal habe ich auch etwas im Radio mitgehört, aber das war eher seltener. Über Corona weiß ich, dass es eine extrem schlimme Krankheit ist, die sich auf der ganzen Welt ausbreitet und wir nur, indem wir Abstand halten, Masken tragen und uns an die Regeln halten, verhindern können, dass viele Menschen sterben.

 

Frau G., was hat sich für Sie, als dreifache Mutter und berufstätige Lehrerin, in Ihrem Job geändert? Welche Vor- beziehungsweise Nachteile haben Sie aus den Änderungen gezogen?

Frau G.:

Als Lehrerin hat sich von einem Tag auf den anderen alles verändert. Ich habe auf einmal meine Schüler nicht mehr vor mir gehabt und musste alles digital vermitteln. Für mich hat das viel mehr Arbeit bedeutet, weil ich mich erst in alles hineindenken musste und es auch eine ganz andere Art der Vorbereitung erforderte. Dies ist vor allem am Anfang sehr energie- und zeitaufwändig gewesen. Andererseits habe ich mich gezwungenermaßen technisch weitergebildet, was ich mir schon lange vor Corona vorgenommen hatte. Außerdem bin ich meinen Schüler etwas näher gekommen. Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern war ich sehr dankbar, dass wir im Haus wie auch im Garten viel Platz hatten, um uns gegenseitig Luft und Raum zu lassen.

 

Also haben Sie Ihren Garten und Ihr Haus anders wahrgenommen als zuvor?

Frau G.:

Ja, ich habe alles viel mehr geschätzt. Wenn für mehrere Wochen Arbeit, Schule und Hobbies gestrichen sind, haben Platz und Ausweichmöglichkeiten auf einmal einen ganz anderen Wert.

 

Im Gegensatz dazu leben Sie, Frau J., alleine in einer kleinen Wohnung, haben also niemandem, dem Sie ausweichen müssten. Gab es andere Herausforderungen?

Frau J.:

Auf jeden Fall. Während es anderen Familien Schwierigkeiten bereitetet hat, sich nicht aus dem Weg gehen zu können, ist es für mich eine Herausforderung gewesen, alleine zu wohnen. Dadurch, dass meine Gymnastikgruppe abgesagt wurde und man sich auch nicht treffen durfte, hat mir der Kontakt zu meinem Freundeskreis sehr gefehlt

 

Durch die Ausgangsbeschränkungen und die dadurch abgesagte Gymnastik ist es also ziemlich schwer gewesen, Kontakte zu unterhalten. Wie haben Sie sich trotzdem mit Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis ausgetauscht? Sie, als vielfache Oma und sogar schon zweifache Uroma, haben ja eine ziemlich große Familie!

Frau J.:

Ja, das stimmt. Zuallererst haben wir nur telefonisch den Kontakt gehalten. Dann irgendwann haben wir uns im Freien und mit Abstand getroffen. Mittlerweile halten wir uns auch auf unseren Terrassen oder in unseren Gärten auf. Da meine Familie aber nur teilweise in der Nähe wohnt, telefoniere ich weiterhin sehr viel mit meinen Kindern und Enkeln und bekomme auch Bilder geschickt. Daran hat sich auch durch Corona nicht viel geändert.

 

Haben Sie Ihre Kontakte auf andere Weise gehalten als vor der Krise? 

Frau G.:

Nein, eigentlich regeln wir das ziemlich ähnlich. Da jetzt wieder Schule ist und auch Tennis wieder erlaubt ist, treffe ich auch dort Freunde und Kollegen. Ansonsten erkenne ich aber keine wirklich großen Unterschiede.

 

In der Schule ist das Abstandhalten sicher noch eine ganz andere Herausforderung als im privaten Umfeld. Wie wird das in euren Schulen geregelt?

Moritz:

Also in der Schule wird sehr auf Abstand und Hygiene geachtet. Bei mir gibt es sogar verschiedene Eingänge und Zeiten für die jeweiligen Klassen. Unsere Tische stehen immer mit 1,5m Abstand im Klassenzimmer und wenn wir nicht auf unseren Plätzen sitzen, müssen wir unsere Masken tragen. Außerdem desinfizieren wir regelmäßig unsere Hände und verbringen unsere Pause ausschließlich im Klassenzimmer.

 

Frau G.:

Für uns Lehrer gilt weitgehend das Gleiche. Wir dürfen zwar ohne Maske an der Tafel stehen – was im weitesten Sinne ja unser Platz ist,- aber wenn wir ein Arbeitsblatt austeilen, müssen auch wir unsere Masken aufsetzen. Zudem unterrichten wir mit geöffneten Türen und Fenstern.

 

Moritz, was findest du jetzt im Vergleich besser? Zuhause lernen oder doch lieber in der Schule?

Moritz:

Ich fand das Homeschooling“ ziemlich anstrengend und bin froh, jetzt wieder in die Schule gehen zu können. Das Einzige, was ich als Nachteil empfinde, ist, dass man beim Lernen zuhause keine Arbeitsmaterialien vergessen kann!

 

Ja, das ist zuhause natürlich schon deutlich einfacher gewesen! Eine letzte Frage an euch alle: Wenn Corona urplötzlich verschwunden wäre, was würdet ihr unternehmen?

Frau G.:

Ich würde meine Familie einpacken und in den Süden fahren!

 

Frau J.:

Ich würde alle meine Kinder, Enkel und Urenkel besuchen oder ein großes Familienfest machen!

 

Moritz:

Und ich würde mich mit all meinen Freunden treffen, eine Party veranstalten und meinen Cousin besuchen!

 

 

Hör mal zu!- Der GymSOB-Podcast
Edition der Schülerzeitung: Folge 1, Science-Fiction-Literatur 

Auch unsere Schülerzeitung, derzeit durch Schüler aus der Mittelstufe vertreten, hat Podcast-Folgen erstellt, die nun wochenweise hier erscheinen werden.

In der ersten Folge stellen Ronja und Kasia aus der Klasse 8b den Roman „Selection“ vor, eine Art modernes Aschenputtel im Genre der Science-Fiction.

Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass du in letzter Zeit häufiger Bücher aus diesem Genre gelesen hast. Näheres darüber erfährst du in den Artikeln von Falk und Jonas aus der Klasse 9a, die sich damit auseinander setzen, warum wir gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in der man sich manchmal in einen Zukunftsfilm katapultiert fühlt, eher Science lesen.

Science Fiction: Unvermeidbar?

Ein Kommentar zu „Science-Fiction: Undenkbar!“

Am siebten Mai 2020 veröffentlichte „Die Zeit“ Lars Weisbrods Artikel „Science-Fiction: Undenkbar!“, in dem er dem Leser das Genre Science-Fiction präsentiert, das seiner Meinung nach das richtige Genre in den aktuellen Coronazeit ist. Und ich gebe ihm Recht, nachdem ich, seit ich den Artikel gelesen habe, selbst feststelle, dass ich seit Corona mehr Science-Fiction (SF) gesehen und gelesen habe als andere Genres, was mir zuvor gar nicht bewusst war, denn wann denkt man im Alltag schon über so etwas nach?

Ich persönlich empfinde an SF nicht nur reizend, dass die Erzählung sich ständig an der Grenze zwischen Möglichem und Undenkbarem entlanghangelt, sondern auch, dass ich aus der aktuell doch schon sehr chaotischen Welt für eine kurze Zeit entfliehen kann. Da ist es mir dann auch egal, ob ich in einer paradiesischen Welt lande, in der Technik alles übernehmen kann, was der Mensch nicht mehr tun möchte oder mich in einer verwüsteten Landschaft wiederfinde, in der es an Allem mangelt, es ist ja nur eine Vorstellung, die, wie gefährlich sie auch sein mag, mich nicht verletzen kann.

Auch dieses Gefühl der Sicherheit, das aktuell außerhalb des Hauses nicht mehr wirklich gegeben ist, ist meiner Meinung nach einer der Gründe dafür, dass Science-Fiction so erfolgreich ist.

Der Reiz bei Verfilmungen liegt meiner Meinung nach jedoch darin, zu sehen, wie die undenkbaren Technologien, Umgebungen und Welten dargestellt wurden, zu sehen, was theoretisch möglich wäre und in der Zukunft vielleicht tatsächlich existieren wird. Und natürlich auch die Emotionen, die in Filmen sehr intensiv und nachvollziehbar dargestellt werden, mithilfe von Beleuchtung und Musik.

Ein weiterer großer Faktor ist natürlich die Möglichkeit, basierend auf der originalen Geschichte alternative Enden oder sogar ganze alternative Fortsetzungen zu schreiben, die man auf einer Fanseite, die es ja zu fast jedem SF-Buch gibt, zu posten, wo man die Möglichkeit hat, von anderen positives Feedback zu erhalten. Und, wer nicht schreiben will oder kann, der kann auf solchen Seiten ja auch nur mit anderen über die Geschichte fachsimpeln, wie es beispielsweise bei den Marvel-Filmen und -Charakteren geschieht.

Neben diesen gibt es natürlich noch weitere Reize an der Science-Fiction und jeder hat natürlich verschiedene persönliche, aber die obigen sind, wie ich persönlich finde, die gewichtigsten.

Falk Bosse, 9a

SciFi: Trost in schweren Zeiten

Ist es nicht schön, vor allem in der heutigen Zeit, wenn man zumindest ein paar Minuten der Realität entfliehen kann? Ihr denkt jetzt vielleicht: „Eigentlich ja schon, aber wie soll das gehen und wie passt das jetzt zu SciFi? Hast du eine Zeitmaschine erfunden oder was?“

 Nein! Was denkt ihr denn? Dass ich Einsteins Urenkel bin oder so? Keine Sorge, hätte ich so etwas erfunden, würde ich jetzt sicher nicht hier sitzen und Texte schreiben, sondern wäre schon lange vom FBI entführt worden.

Aber das Ganze geht viel einfacher. Schlicht und einfach – Bücher sind die Lösung. Und ja, auch in so etwas Altmodischem wie einem Buch gibt es das Genre Science Fiction. Der Vorteil gegenüber Netflix, Disney + und wie sie alle heißen ist, dass unsere eh schon enorme Bildschirmzeit nicht nochmals erhöht wird. Außerdem kann man sich so seine eigene Vision erschaffen und bleibt nicht im goldenen Käfig der Filme gefangen.

Grundsätzlich ist für jeden das Richtige dabei. Ob naturwissenschaftlich, technisch, ökologisch oder sozialwissenschaftlich, in Utopie und Dystopie, also der guten und nicht ganz so guten Zukunft, kann man sich stundenlang verlieren. Hauptsache keine Pandemie. Vielleicht ist ja die tatsächliche Zukunft auch dabei. Warum also sollten wir uns nicht damit beschäftigen?

Absolut empfehlenswert finde ich zum Beispiel „Ocean City“ von R.T. Acron oder „Cryptos“ von Ursula Poznanski, beides Werke der sogenannten „Climate Fiction“. Die Erde ist größtenteils unbewohnbar und die Weltbevölkerung flieht sich in schwimmende Städte, beziehungsweise virtuelle Welten. Wie auch in der Gegenwart läuft natürlich nicht immer alles glatt. Zu unserem Glück, denn so sind beide Stücke schön spannend und actiongeladen. Also, auch wenn ihr nicht die größten Lesefans seid, probiert es doch einfach mal aus.

Jonas Doppler, 9a