Berlinfahrt der Jahrgangsstufe 11

Eine einwöchige Studienfahrt nach Berlin konnte im Juli 2024 Vieles von dem nachholen, was pandemiebedingt für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 (jetzt 12) weggefallen war. Zwar wird die Berlinfahrt ein Unikum, aber dennoch in Erinnerung bleiben. Neben den Programmpunkten hatten unsere  Schüler dabei ausreichend Zeit und Raum für den Erwerb von Kompetenzen und Eindrücken, wie sie nicht ausdrücklich in einem Lehrplan stehen wie zum Beispiel die Orientierung im großstädtischen Raum, der Abgleich der eigenen mit der urbanen Lebenswirklichkeit oder die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensräume in einer Metropole.

Montag: Anreise, Quartier, Kiez, Mitte

 

Dienstag: Stadtführungen, Bundestag: das politische Berlin

Mittwoch: Ost- und West-Berlin, Tränenpalast, Kulturbrauerei; Exkurs CDF

Exkurs CDF

Unendliche Weiten. Himmel über Grau. Ruinen. Seelenlandschaften. Caspar David Friedrich feiert seinen 250. Geburtstag. Ein Star der Romantik, heute. Denn unsere Führungskraft in der Ausstellung in der Alten Nationalgalerie macht klar, dass der, den wir heute als Ikone der Malerei betrachten, eigentlich schon vergessen war. 1906 erst wurde Friedrich wiederentdeckt. Der Mönch am Meer. Ein Trostbild. Hoffnung, Gott im Himmel. Das Publikum drängt sich. Getragene Ruhe im Raum, nur die Stimmen unserer Gruppe durchschneiden die Stille. Eineinhalb Stunden dauert unser Ausstellungsgespräch, danach bleiben wir noch eine halbe Stunde. So werden wir (Schüler) den Friedrich nicht mehr sehen… Oder vielleicht schon, zum 300. Geburtstag. Dann wieder in Berlin?

Donnerstag: Potsdam mit Cecilienhof und der Gedenkstätte Lindenstraße; Berlin mit Asisi-Panorama, Futurium, Berlinische Galerie, Computerspielemuseum und Gedenkstätte Hohenschönhausen

Gedenkstätte Hohenschönhausen

Am Alexanderplatz – warm, laut und überfüllt mit Menschen – in die Tram. Dann 13 Stationen lang fast idyllische Ruhe. Am Ziel an mehreren Wohnvierteln vorbei. Es wirkt angenehm und gemütlich auf den Straßen. Da kommen die Mauern, der Zaun: die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das ehemalige Stasi-Gefängnis. Aber so fühlt es sich nicht an: Der Vorhof ist gefüllt mit Schülern in Führungen, die Sicherheitsleute geben höfliche Einweisungen. Auch unser Guide, ein Zeitzeuge dieses Gefängnisses, wirkt freundlich, macht Witze und sorgt für eine fast positive Stimmung. Er fängt an zu erzählen – und dann verschwindet diese. Man spürt die Beklemmung – besonders im Keller. Keine Fenster, graue Wände, abgestandene Luft, alte Lampen und am schlimmsten: diese winzigen Räume mit einem Holz- „Bett“ und einem Eimer, der als Klo dient. Alles um einen herum schreit nach Unterdrückung, Schmerz, Angst. Die Vorstellung: Es wird einem schummrig und schlecht beim Gedanken, nur dort gewesen zu sein. Ganz zu schweigen von den Foltermethoden, von denen erzählt wird. Der Rosengarten und der neuere Teil des Gefängnisses bringen kaum Erleichterung. Das Gefühl, komplett neben sich zu stehen mit einem benebelten Kopf, bleibt bis zurück zum Alexanderplatz. (Lilly)

Freitag: Rückreise – von der Stille einer Busfahrt …